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Subjektiver Überblick über Neuheiten aus der Welt der Typografie.

Der Typ ist da und zeigt Apolonia

Die polnische Schriftart Apolonia erwies sich als Plagiat.

Angeregt durch die Kontroverse um die Schriftart Apolonia, haben wir uns entschlossen, einen interessanten Kommentar auf Signs.pl zu veröffentlichen, der ursprünglich auf der Website der STGU erschienen ist. Es überrascht, wie leicht der Projektinitiator die Unterstützung von Behörden, darunter auch einiger Mitglieder der akademischen Gemeinschaft der Akademie der Bildenden Künste in Krakau, gewinnen konnte. Am schockierendsten erscheint jedoch der kometenhafte Aufstieg von Dr. Tomasz Wełna, der in journalistischen Berichten als Schöpfer der „ersten polnischen Schriftart“ Berühmtheit erlangte. Wir laden Sie zum Lesen und Diskutieren ein.

Der Artikel setzt sich kritisch mit dem Schriftdesign „Apolonia“ von Dr. Tomasz Wełna auseinander, das in polnischen Medien als die „erste polnische National-Schriftart“ seit der Renaissance angepriesen wurde.

Die Autoren des Kommentars (Magdalena und Artur Frankowski) betrachten das Projekt „Apolonia“ als ein eher schwaches, nachahmendes Werk, dessen Erfolg primär auf geschickter Selbstdarstellung („Lans“) und der Unwissenheit der Medien beruht, während die reiche Tradition der polnischen Typografie ignoriert wird.

Historische Unwahrheiten: Die Behauptung, es gäbe seit Jan Kochanowski (16. Jh.) keine polnische Schriftart, wird als falsch zurückgewiesen. Der Artikel listet zahlreiche bedeutende polnische Typografen und deren Werke auf, wie etwa Adam Półtawski (Antykwa Półtawskiego, 1928), Andrzej Heidrich oder zeitgenössische Designer wie Artur Frankowski und Łukasz Dziedzic.

Mangelnde Originalität.

Viele Merkmale, die Wełna als innovativ für die polnische Sprache darstellt (z. B. die spezifische Gestaltung der Buchstaben „w“, „y“, „k“, um sie an die polnische Orthografie anzupassen), basieren direkt auf den Forschungen von Adam Półtawski aus den 1920er Jahren. Wełna wird vorgeworfen, diese Quellen nicht ausreichend gewürdigt zu haben.

Das Original

Die Schriftart wurde bereits mehrfach verwendet.

Ein anschauliches Beispiel hierfür ist beispielsweise das polnisch-deutsche Abkommen über gemeinsame Verteidigungsmaßnahmen, das unter Verwendung der genannten Schriftart erstellt wurde.

Vertrag

Die Schriftart wurde auch im Vorspann des Kulturprogramms des öffentlich-rechtlichen Fernsehens verwendet.

TVP Teatr Telewizji

8 Kommentare

Pokemon1
Typo-Fan88 Antworten

Endlich bringt es jemand auf den Punkt! Es ist eine Beleidigung für große Namen wie Półtawski oder Heidrich, so zu tun, als wäre die 'Apolonia' die erste polnische Schriftart. Marketing ersetzt hier leider echtes Fachwissen.

Pokemon2
HobbyDrucker Antworten

Ich finde die Diskussion ein bisschen zu aggressiv. Vielleicht ist die Schrift nicht perfekt, aber sie hat das Thema Typografie zumindest mal in die Massenmedien gebracht. Das ist doch auch etwas wert, oder?

Pokemon3
GrafikDesign_Marie Antworten

Als Mediengestalterin schaue ich mir die Details an: Die Diakritika bei der Apolonia wirken tatsächlich wie Fremdkörper. Ein polnischer Font sollte gerade bei den 'Ogonki' perfekt sein. Handwerklich ist das leider nicht zu Ende gedacht.

Pokemon4
Sianna Ramsay Antworten

Ich verstehe die Aufregung um die Ligaturen nicht. Warum sollte man 'cz' oder 'sz' verbinden wollen? Das macht das Schriftbild unruhig und erschwert den Lesefluss, statt ihn zu fördern.

Pokemon5
Nolan Davidson Antworten

Wieder mal typisch: Ein riesiger Medienrummel um eine 'Sensation', und wenn man genauer hinsieht, bleibt nur heiße Luft übrig. Danke an die Autoren für die fundierte Analyse!

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